Nein sagen
am September 17, 2018 | von | Kategorie ÜBERLEBEN IM BüROALLTAG

Warum kann ich nicht NEIN sagen?

Natürlich sind wir hilfsbereit und wenn Not am Mann ist, hilft man selbstverständlich gerne aus! Hin und wieder für einen Freund oder Kollegen einzuspringen – dagegen ist nichts einzuwenden. Wenn man aber ständig die eigenen Interessen und Bedürfnisse hinten anstellt, um für andere deren Aufgaben zu übernehmen, dann kommt einmal der Punkt, an dem man eins sagen sollte, nämlich: Nein!

Warum aber bereitet es vielen von uns so große Schwierigkeiten, jemandem eine Bitte abzuschlagen?

Warum wir nicht gerne Nein sagen

Ein Vorgesetzter, Kollege oder Freund kommt mit einer Bitte zu dir – du sollst ein zusätzliches Projekt übernehmen, einen Kuchen fürs Schulcafé backen, Geld leihen oder bei einem Kundentermin einspringen. Ganz egal, ob du die Mentalität eines Workaholics hast und dauerhaft Überstunden machst oder es mal ausnahmsweise ruhiger angehen willst: Eigentlich hast du keine Zeit, keine Energie oder schlichtweg keine Lust. Oder du hast schlechte Erfahrungen gemacht und weißt schon heute, dass sich der Bittsteller höchstwahrscheinlich nicht bei dir revanchieren wird. Du möchtest ganz klar NEIN sagen, tust es aber nicht. Warum?

4 Gründe warum du nicht Nein sagst

Du solltest, bevor du eine Entscheidung triffst, erst einmal eine kurze Auszeit nehmen und dir überlegen, warum es so schwerfällt die Bitte abzulehnen. Die Beweggründe können unterschiedlicher Natur sein:

1. Du hast Angst, nicht mehr gemocht zu werden

Ein Bedürfnis, das wir sowohl aus dem Privat- wie dem Berufsleben kennen: anerkannt und gemocht zu werden. Wir haben in der Kindheit gelernt, dass man erstens seine Hilfe nicht verweigern darf und uns zweitens manche Menschen nur mögen, wenn wir ihnen nützlich sind. Wer eine Bitte abschlägt, gilt als hartherzig und egoistisch. Doch ist nicht derjenige egoistischer, der andere nach seiner Pfeife tanzen lässt und seine Sympathien davon abhängig macht, ob andere tun, was er von ihnen will?

2. Du fürchtest Konsequenzen

Der Chef könnte die Beförderung noch einmal überdenken, wenn du ihm sein Anliegen abschlägst. Die Angst vor Konsequenzen ist nicht ganz unberechtigt – tatsächlich sollte man genau abwägen, bevor man dem Vorgesetzten eine Bitte verwehrt. Trotzdem muss man nicht zu allem JA sagen, sondern sollte versuchen, die Situation realistisch und objektiv abzuschätzen.

3. Du fürchtest, etwas zu versäumen

Schon klar, sich abzusondern, ist Gift für die Karriere. Auch in der Freizeit treibt viele die Angst an, etwas zu verpassen. So möchte man bei allen Aktivitäten, Projekten, Veranstaltungen mit von der Partie sein. Man übernimmt Gefälligkeiten, weil man glaubt, nur so mitten im Geschehen zu sein. Und nicht selten leidet die eigene Leistung darunter. Wenn du dich hier wieder erkennst, denk dran, das Leben geht weiter, auch wenn du nicht überall dabei bist!

4. Du fühlst dich geschmeichelt

Allein schon, dass man zu dir kommt und gerade dich fragt, schmeichelt dir ungemein. Du fühlst dich wichtig und genießt es, gebraucht zu werden. Und weil du dieses Gefühl liebst, sagst du JA. Jedoch mindern viele Gefälligkeiten, die man für andere macht, die Qualität der eigenen Arbeit. Und je öfter man ohne Weiteres den vielen Zusatzaufgaben zustimmt, umso weniger Anerkennung erhält man vom Bittsteller – es wird zur Selbstverständlichkeit.

Hand aufs Herz! In wie vielen Punkten hast du dich wieder erkannt?

Wie schaffst du es Nein zu sagen?

Prüfe die Anfrage genau und analysiere auch, wer etwas von dir will und welche Mittel er/sie einsetzt, um sein/ihr Ziel zu erreichen. Du musst nicht direkt Zusagen, sondern kannst mit einer geschickten Antwort Zeit schinden, um dir klare Gedanken darüber zu verschaffen, warum du eine Tätigkeit nicht machen möchtest. Ein „Ich habe gerade so viel zu tun, ich sage dir später Bescheid.“ oder „Ich muss es mir noch überlegen.“ reicht in den meisten Fällen. Traue dich! Damit ist ein großer Schritt Richtung Nein sagen getan.

Die Vorteile eines Neins sind umfangreich! Halte dir vor Augen, dass du mit einem Nein sogar Stress abbauen kannst. Schließlich schützt du dich vor einer Tätigkeit, die du nicht ausführen möchtest und verschaffst dir mehr Zeit für deine eigenen To Dos und deine Produktivität. Ein Nein macht dich auch Selbstbewusster! Du zeigst deinem Gegenüber, dass du deine Meinung selbstsicher vertrittst und nicht für jede Tätigkeit zu haben bist. Vor allen Dingen stellst du deine Bedürfnisse über die Bedürfnisse deines Kollegen oder Freundes und das ist in vielen Fällen sehr hilfreich und verschafft dir und deiner Persönlichkeit einen großen Pluspunkt. Wenn du dir die Vorteile des Neins vor Augen hältst, dann wird es dir leichter fallen es auszusprechen.

 

Bildnachweis: www.istockphoto.com

Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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