Lücken im Lebenslauf
am Oktober 22, 2018 | von | Kategorie Bewerben, aber richtig!

Bewerbungsgespräch-Klassiker: Umgehen mit Lücken im Lebenslauf

Auch wenn Personalchefs um unterbrochene Erwerbsbiografien und unkonventionelle Karrierewege wissen, rufen größere Lücken im Lebenslauf immer noch die eine oder andere hochgezogene Augenbraue hervor. unijobs weiß, wie du mit Brüchen im Lebenslauf umgehst – und wie du sie im Bewerbungsgespräch am besten verkaufst.

Lücken während des Studiums

Für die meisten Personaler sind Joblücken während dem Studium kein großes Problem. Wer studiert, hat nur selten Zeit für einen Vollzeitjob. Job-Hopping, Teilzeitbeschäftigungen und freie Mitarbeiter sind an der Tagesordnung der Nebenjobs für Studenten. Konkrete Arbeitserfahrung und Praktika, die zum angestrebten Berufsfeld passen, gibst du daher am besten mit Monats- und Jahresangabe im Lebenslauf an. Sollte dennoch nach den Lücken dazwischen gefragt werden, bist du mit der Antwort „Ich habe mich verstärkt dem Studium gewidmet“ auf jeden Fall aus dem Schneider.

Lücken nach dem Studienabschluss

Es kann schon ein paar Monate dauern, bis du nach dem Abschluss deines Studiums den passenden Job findest. Die meisten Recruiter und Personalchefs wissen das – und lassen daher bei Berufseinsteigern alles, was unter einem halben Jahr liegt, unerwähnt. Solltest du länger suchen, empfehlen sich sinnvolle Zwischentätigkeiten: Schnupperkurse, Praktika und Weiterbildungen sind kleine Happen, mit denen die Lücken im Lebenslauf optisch aufgebessert werden – und die im besten Falle auch deine Jobchancen verbessern.

Lücken während der Berufstätigkeit

Seien wir mal ehrlich: Mittlerweile hat fast niemand mehr den einen, durchgängigen Job vom Studium bis zur Pension. Lückenhafte Lebensläufe sind daher an der Tagesordnung. Lass dich aber davon nicht täuschen: Dauern die Leerstellen länger als zwei Monate, kann es schon mal vorkommen, dass im Bewerbungsgespräch nachgefragt wird. Solltest du die Zeit für die Pflege naher Angehöriger oder mit einer Krankheit verbracht haben, kann das durchaus erwähnt werden – immer versehen mit dem Hinweis, dass du jetzt wieder gesund und einsatzfähig bist.

Hast du dich aktiv nach einem Job umgesehen, kannst du für diesen Zeitraum auch Formulierungen wie „arbeitssuchend“ oder „berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Positionierung im Bereich XY“ einsetzen. Erläutere bestenfalls, dass du dich weiterhin um Jobs beworben hast und die Zeit für Weiterbildung, Freiwilligenarbeit und Praktika genutzt hast. Das könnte dann im Lebenslauf in etwa so lauten:

3/2015 bis 7/2015 – Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Positionierung im Bereich Marketingleitung. Soziales Engagement, um meine Menschenkenntnis zu verfeinern; Praktika (selbst unbezahlte), um die berufliche Neuausrichtung zu erleichtern und sich der Kernkompetenzen bewusst zu werden.

Ganz wichtig: Erlaube dir keine Lügen, was die Lücken im Lebenslauf angeht. Im schlimmsten Fall ist das ein Kündigungsgrund, im besten Fall blättert dich der Personaler damit im Bewerbungsgespräch auf.

Lücken wegen einer Kündigung

Du bist in deinem letzten Job geflogen, weil dein Arbeitgeber pleite war? Glückwunsch: Diese Lücke erklärst du am besten mit „Kündigung wegen Insolvenz“ oder Ähnlichem. Warst du selber an deiner Kündigung schuld, gibst du am besten nur ganz schlicht das Ende des Arbeitsverhältnisses an. Hüte dich vor ausufernden Erklärungen oder Rechtfertigungsversuchen – die bringen meistens nichts und machen den Personaler misstrauisch.

So kaschierst du Lücken erfolgreich

Wenn alles nichts hilft und eine deutlich längere Lücke in deinem Lebenslauf klafft, gilt es kreativ zu werden. Vielleicht hattest du einen längeren Auslandsaufenthalt, der deine Sprachkenntnisse aufpoliert hat? Oder du hast im Familienbetrieb ausgeholfen? Auch gut: Weiterbildung auf eigene Faust, etwa als Gasthörer an der Uni oder durch den Besuch von Online-Seminaren. Warst du in der Zwischenzeit als Freelancer oder selbstständig tätig? Auch ein soziales Engagement oder die Mitgliedschaft in einem Verein können zeitraubende Lückenfüller sein.
Und im allerschlimmsten Fall hast du dich um- und neu orientiert. Dagegen kann nicht mal der gewiefteste Personaler etwas einzuwenden haben.

Nicht nur eine gute Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch ist wichtig, um einen guten Eindruck zu hinterlassen, versuche dich bestenfalls auf alle Standardfragen im Bewerbungsgespräch vorzubereiten.

 

Bildnachweis: www.thinkstock.de

Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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