erzählen Sie etwas über sich - Selbstpräsentation
am September 11, 2018 | von | Kategorie Bewerben, aber richtig!

Selbstpräsentation im Jobinterview – so gelingt´s!

In jedem Bewerbungsgespräch kommt der Moment, in dem dich der Personalverantwortliche mit folgenden Worten auffordert: „Erzählen Sie etwas über sich!“. Ein guter Ansatz, um mit der Selbstpräsentation zu starten!

Was dem Recruiter die Möglichkeit bietet, den Kandidaten in Action zu erleben und zu beobachten, wie die Fakten, die bereits aus den schriftlichen Bewerbungsunterlagen bekannt sind, noch einmal charmant zusammengefasst und mit einer persönlichen Note auf den Punkt gebracht werden, ist für die meisten Bewerber ein gefürchteter Moment.
Geht es doch darum, in der kurzen und aussagekräftigen Selbstpräsentation seine beste Seite zu zeigen und einen Bezug zum Unternehmen und dem ausgeschriebenen Job herzustellen.

 

Vorbereitung und Recherche für deine Selbstpräsentation

Überlege folgende Fragen im Vorfeld:

  1. Was sind die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle? Siehe Stellenanzeige!
  2. Was weiß ich über das Unternehmen und die Branche? Siehe Unternehmens-Website!
  3. Was sind meine Karriere-Highlights? Welche Ziele habe ich erreicht?
  4. Welche (relevanten) Erfahrungen und besonderen Kenntnisse zeichnen meinen beruflichen Werdegang aus?

Grundsätzlich geht es bei der Selbstpräsentation darum, die eigenen Qualifikationen in Bezug zur ausgeschriebenen Stelle zu setzen.

 

Tipps für deine erfolgreiche Selbstpräsentation

Orientiere dich an folgender Gliederung und formuliere Punkte aus deinem Lebenslauf so um, dass sie zu Argumenten werden, warum du die beste Wahl für die ausgeschriebene Stelle bist.

ICH BIN

Stell dich mit deinem Namen und Alter vor.
Erläutere kurz deine aktuelle berufliche Situation.

ICH KANN

Fasse hier deine Skills, erreichten Ziele und abgeschlossenen Projekte zusammen.
Vermeide eine bloße Aufzählung oder Wiederholung der Punkte, wie sie bereits im Lebenslauf angeführt sind, sondern führe nur Stationen und Qualifikationen an, die für den Job relevant sind.

ICH WILL

Nenne die Gründe, warum du dich bewirbst.
Beschreibe dem Gegenüber, was du dir erwartest und welchen Mehrwert das Unternehmen durch dich erfährt.

 

Verwende keines dieser 5 Wörter in deiner Selbstpräsentation!

Es gibt 5 Eigenschaften bzw. Wörter, mit denen du dich selbst nie beschreiben solltest. Das sind sozusagen die verbotenen Wörter im Bewerbungsgespräch und zählen mitunter zu den No-Gos in einer Bewerbung.

Ich bin… intelligent.

Natürlich bist du intelligent – du hast eine gute Ausbildung, Erfahrung in diesem und jenem Bereich. Und genau das sollte auch deine Aussage sein. Aber bitte bezeichne dich selbst nicht als intelligent – du möchtest schließlich nicht arrogant rüberkommen, oder? Die bessere Alternative ist es, deine Denkweise zu beschreiben.

Ich lerne schnell. 
Logisches Denken liegt mir. 
Ich erfasse Zusammenhänge meist auf einen Blick. 
Ich beziehe den Kontext ein.

Führe Beispiele an, dann hat deine Aussage Hand und Fuß und klingt nicht so sehr nach deiner eigenen persönlichen Einschätzung.

Ich bin… sympathisch.

Das mag richtig sein – sich selbst als sympathisch zu bezeichnen, hinterlässt aber eher den gegenteiligen Eindruck beim Gesprächspartner. Auch hier ist es gut, die Behauptung mit beschreibenden Begriffen zu untermauern.

Ich bin hilfsbereit und zuvorkommend.
Ich bin ein Teamplayer, offen und fürsorglich.

Wenn du von Dingen erzählst, die du tatsächlich getan hast, wird deine Aussage greifbarer und die Formulierung Ich bin sympathisch ist somit überflüssig.

Ich habe die Firmenfeier mitorganisiert.
Ich gehe gerne mit meinen KollegInnen zum Mittagessen und habe ein offenes Ohr für ihre Anliegen.

Ich bin… erfolgreich.

Arroganz hoch 3. Hier ist es wichtig, dass du deine Aussage spezifizierst. Du kannst erfolgreich Dinge tun, aber ob du erfolgreich bist oder nicht, sollen andere einschätzen, nicht du selbst.
Spezifiziere deine Aussage, indem du Strategien anführst oder von erfolgreich abgeschlossenen Projekten erzählst. Dann wird auch die Relevanz für den neuen Job klar herausgestrichen.

Ich bin… besessen.

Vampiralarm! Natürlich brennt die Leidenschaft für den Job in dir – und selbstverständlich willst du das im Bewerbungsgespräch auch zeigen. Der Begriff Besessenheit ist allerdings deutlich negativ besetzt. Es lassen sich wie immer auch positive Umschreibungen finden:

Ich bin fokussiert und arbeitsfreudig.
Ich bin gewissenhaft und detailverliebt – die Arbeit macht mir großen Spaß.

Ich bin… bescheiden.

Eines der Wörter, die du nicht verwenden solltest, um dich selbst zu beschreiben. Wer wirklich bescheiden ist, betitelt sich selbst nicht als bescheiden! Denn das wäre ja ein Widerspruch in sich selbst. Je mehr man versucht zu erklären, wie groß die eigene Bescheidenheit ist, desto mehr wird man eher das Gegenteil bewirken. Besser ist es, hier zu zeigen, was dich auszeichnet, ohne es auszusprechen. Erzähle, was du getan hast und zu welchen Ergebnissen es geführt hat – die Interpretation überlasse dem Interviewer.

 

Hard Facts – Mit dieser Selbstpräsentation überzeugst du den Recruiter!

  • Dauer: rund fünf Minuten
  • Roter Faden
  • Kurz, knackig und konkret
  • keine abgegriffenen Floskeln
  • aktive Formulierung
  • positive Körpersprache
  • Begeisterung und Engagement

Neben „Erzählen Sie etwas über sich“, gibt es zahlreiche andere Standardfragen, auf die man sich vor jedem Bewerbungsgespräch vorbereiten sollte.

Bildnachweis: www.istockphoto.com

Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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