Schlechtes Traineeprogramm: Kündigen - ja oder nein?
am März 4, 2014 | von | Kategorie Einsteigen und Aufsteigen

Schlechtes Traineeprogramm: Kündigen – ja oder nein?

Beschäftigungsfelder und MitarbeiterInnen kennen lernen, sich ein internes Netzwerk von Kontakten aufbauen, seine Aufstiegschancen durch die qualifizierte Ausbildung erhöhen: ein gutes Traineeprogramm kann das perfekte Sprungbrett für eine Karriere als Führungskraft bieten.

Doch wie in fast allen Bereichen gibt es auch hier qualitative Unterschiede. Ein schlechtes Traineeprogramm ist nicht nur eine Vegeudung von Zeit und Ressourcen, es kann sich sogar negativ auf deine Karriere auswirken.

Hier erfährst du, an welchen Warnsignalen sich ein qualitativ schlechtes Programm erkennen lässt und was zu tun ist, wenn das Traineeprogramm die Erwartungen nicht erfüllt.

2 grundlegende Funktionen, die das Traineeprogramm erfüllen sollte:

  1. Erfahrung und firmeninternes Wissen wird weitergegeben
  2. Künftige Führungskräfte werden ausgebildet und auf spätere Aufgaben vorbereitet

Absolventen erhalten durch das Programm die Chance, Erfahrungen im Unternehmen zu sammeln und ihr theoretisches Wissen aus dem Studium durch firmeninternes Wissen zu erweitern. Das Unternehmen baut im Traineeprogramm seinen Nachwuchs für wichtige Aufgaben und Positionen auf. Trainees sind künftige Verantwortungs- und Funktionsträger und sollen im Programm eingearbeitet und auf die kommenden Aufgaben optimal vorbereitet werden.

Damit ein Traineeprogramm diese Funktionen erfüllen kann, muss es eine fachlich fundierte Anleitung der Trainees geben. Dazu gehört ein Anleiter bzw. eine Ansprechperson sowie ein Traineeplan, durch den festgelegt ist, wann der Trainee in welchen Abteilung und mit welchen Aufgaben betraut wird.

Warnsignale

  • Es gibt keine Ansprechperson und keinen Traineeplan für dich.
  • Du wirst nicht vorgestellt, die Abteilungsleiter kennen dich nicht und haben keinen Plan, wie sie dich einsetzen sollen.
  • Du wirst auch noch nach mehreren Wochen noch für Aushilfstätigkeiten eingesetzt und zum Kaffeekochen und Kopieren geschickt.
  • Kundenkontakt kennst du nur vom Hörensagen.
  • Deine Meinung sowie eigene Ideen sind nicht gefragt.
  • Dir werden weder Verantwortung noch eigene Projekte übertragen.
  • Es wurde nie erwähnt, dass du zu einem späteren Zeitpunkt Führungsaufgaben übernehmen sollst bzw. dass du nach dem Programm im Unternehmen bleiben kannst.

Wenn mehrere dieser Warnsignale bei dir zutreffen, solltest du eine vorzeitige Beendigung des Traineeprogramms in Erwägung ziehen.

Kündigung – und nun?

Trotz Auftreten oben genannter Probleme zögern viele Trainees in der Praxis das Arbeitsverhältnis zu kündigen, da sie befürchten, dieser Schritt könnte einen schwarzen Fleck im Lebenslauf hinterlassen und sich negativ auf künftige Bewerbungen auswirken.
Geht man allerdings richtig an die Kündigung und die Kommunikation über diese Entscheidung heran, sind diese Sorgen unbegründet. Wichtig ist es, die Kündigungsgründe gut zu kennen und diese auch überzeugend im nächsten Vorstellungsgespräch vorzubringen. Denn trotz eines Abbruchs des Traineeprogramms kann man einen überzeugenden Lebenslauf verfassen.

Schuldzuweisungen sind hier fehl am Platze – vermeide es, schlecht über das ehemalige Unternehmen zu sprechen, sondern bringe objektiv deine Beweggründe vor, warum du das Traineeprogramm verlassen hast, zB. weil die ursprüngliche Zielsetzung, nämlich das Übernehmen von Verantwortung und die Ausbildung zu einer Führungsperson, nicht realisierbar war.

 Bildnachweis: Thinkstock.de

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