Generation Praktikum
am 18. September 2017 | von | Kategorie Praktikum

Generation Praktikum

Ich mache nochmal ein Praktikum. Warum ist es momentan so schwer nach dem Studium einen fixen Job zu bekommen?

  • Als Generation Praktikum wurden sie bekannt: Junge Menschen, die auf der Suche nach Kontakten, Jobs und Ausbildung für Unternehmen sind. Unterbezahlt, überfordert, ausgebeutet.
  • Unternehmen beuten Hochschulabsolventen aus, weil es geht. Vollzeitstellen werden mit günstigen Praktikanten besetzt. Man angelt sich Bewerber mit Sätzen wie: Knowhow, Spaß, Jobchance oder Ruhm & Freedrinks
  • Daraus resultieren Dauerpraktikantschaften, die mehrere Jahre nach der Ausbildung währen.
  • Ein Praktikum soll der Berufsfindung und Ausbildung dienen, aber nicht einer verdeckten Vollanstellung ohne Benefits oder Gehalt. Die Praktikanten heute haben sich längst für einen Beruf entschieden. Es geht dabei nicht mehr um die Berufsfindung oder Ausbildung.
  • Viele Alumnis geben sich mit einem  Praktikum zufrieden, denn wer möchte nach dem Studium sofort in die Arbeitslosigkeit rutschen? Viele schaffen es nicht einmal in die Arbeitslosigkeit, da sie nie eine Fixanstellung hatten.
  • Der Praktikant ist ständiger Verunsicherung und psychischer Belastung ausgesetzt.
  • Bevor man sagen muss, dass man auf der Suche ist, oder ohne Job dasteht, nimmt man lieber ein weiteres Praktikum an.
  • Studienrichtung ist ausschlaggebend ob Job oder Praktikum

Wie lebt es sich ohne Rentenversicherung, Unfallschutz und Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ein häufiger Satz auf Studienabschlusspartys: Ich mache nochmal ein Praktikum!

Merkmale des Praktikums:

  • Unterbezahlt/keine Vergütung
  • Durchschnittsverdienst: 551 Euro
  • Befristet auf 5 Monate
  • Durchschnittsalter: 25 Jahre
  • Motiv: Lernen/Lebenslauf pimpen
  • Arbeitszeit: 39,5 Std/Woche
  • Billige professionelle Arbeitskraft
  • Ersetzen Vollzeitstellen
  • Nach 5 Jahren haben 97 Prozent der Hochschulabsolventen einen Job

 

 

Nach einem Praktikum hoffen Alumni auf eine Vollzeitanstellung,  jedoch gibt es meist keine weitere Verwendung für sie.  Das macht die Generation Praktikum mürbe und hoffnungsloser, wie ein Stück Metall, das man zu oft hin und her gebogen hat, bis es eines Tages in zwei bricht.

Eltern der Generation Praktikum sind meist ahnungslos und wundern sich weshalb ihre Kinder keinen Job nach dem Studium bekommen und schieben es auf Unfähigkeit oder fehlenden Biss.

Manche Absolventen haben schon so viele Praktika gemacht, dass sie sich gar nicht mehr trauen diese im Lebenslauf anzugeben. Die erste Frage bei einem Jobinterview wird lauten, ob man sich denn nicht einfügen kann oder die Richtung nicht klar wäre.

Es bietet sich auch nicht die Möglichkeit eine Firma zu gründen oder Arbeitslosengeld zu beantragen, da sie nie einen festen Job hatten.

Das Leben als Praktikant:

  • Zu wenig Geld zum Leben
  • Kein Auto
  • Lebt in einer WG
  • Abhängig vom Elternhaus
  • Versucht hoffnungsvoll zu bleiben und betrügt sich dabei meist selbst
  • Kein eigener Arbeitsplatz
  • Sehr fleißig
  • Von KollegInnen belächelt und ausgenutzt
  • Keine Familiengründung
  • Zweitstudium für Semesterticket
  • Gemütszustand wird oft verleugnet

 

Gut bezahlte Praktika sind die Ausnahme, aber es gibt sie und manchmal wird das Praktikum zur Vollzeitanstellung. Also gib nicht auf und kenne deinen Wert.

Lass dich nicht auf spaßige unterbezahlte Praktika ein, denn deine Zeit ist kostbar!

 

Bildnachweis: www.istockphoto.com

Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

 

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