Erster Tag im Praktikum
am Juni 4, 2018 | von | Kategorie Einsteigen und Aufsteigen

Der erste Praktikumstag – Tipps für das perfekte Praktikum!

Der erste Tag im Praktikum steht an. Die Nervosität steigt, denn schließlich willst du einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Aber was erwartet dich, wie sollst du dich verhalten und was musst du beachten?

Inhaltsverzeichnis

1. Vor dem Praktikum
2. 7 Verhaltenstipps für den ersten Tag im Praktikum
3. Tipps für den weiteren Ablauf deines Praktikums
4. Der letzte Tag im Praktikum

Vor dem Praktikum

✔ Informiere dich

Denk daran, vorab Informationen über das Unternehmen und die zukünftigen Kollegen einzuholen. Das lässt sich meist ganz gut online über Karrierenetzwerke oder die Unternehmensseite recherchieren – dort findet man oftmals auch eine Teamübersicht, wo du dir die Gesichter und Namen von Vorgesetzten und Kollegen schon einmal einprägen kannst.

✔ Vermeide Stress am ersten Praktikums-Tag

Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wo du erwartet wirst. Erkundige dich, wo genau sich dein zukünftiger Arbeitsplatz befindet! Adresse des Unternehmens, aber auch Stockwerk und Abteilung solltest du vorab in Erfahrung bringen.

✔ Sei pünktlich

Daher empfehlen wir dir, einen Zeitpuffer von 20-30 Minuten einzuplanen, wenn du dich auf den Weg zu deinem ersten Arbeitstag machst – nichts ist peinlicher als am ersten Tag zu spät zu erscheinen!

 

7 Verhaltenstipps für den ersten Tag im Praktikum

1. Die Vorstellungsrunde

An deinem neuen Arbeitsplatz angekommen, wird man dich erst einmal durchs Büro bzw. die Firma führen und dich deinen neuen Kollegen vorstellen. Hier genügt ein freundliches Hallo, ein kurzer Händedruck und am besten stellst du dich mit deinem Namen vor. Gegebenenfalls kannst du auch ein paar Worte zu Praktikumsdauer, Abteilung und deinem Studienfach dranhängen.

2. Siezen oder Duzen?

Genau wie mit dem Dresscode kommt es auch hier ganz auf die Branche an – so wird im traditionellen Unternehmen eher gesiezt, während man sich im coolen Startup mit Du anspricht. Im Zweifelsfall lieber einmal zu oft siezen. Das gilt auch für die Themen wie Raucherpause, Handynutzung sowie Essen und Musik am Arbeitsplatz. Bist du dir unsicher, so gilt wie so oft, abzuwarten und durch Beobachtung die Verhaltensregeln zu lernen.

3. Aufgaben abklären

Nicht selten kommt es vor, dass am ersten Praktikumstag noch nicht genau festgelegt ist, mit welchen Aufgaben der Praktikant betraut werden soll – es kann also zu gewissen Leerlaufzeiten kommen. Kläre deshalb gleich zu Beginn, welche Tätigkeiten auf dich zukommen werden. Erkundige dich z.B. bei Mitpraktikanten über deren Erfahrungen und Tätigkeiten im Büro. Sie können dir auch Aufschluss über den Usus im Büro geben, wie z.B. über Dresscodes, Internetnutzung oder Arbeitszeiten.

4. Sich Notizen machen

Klar, an deinem ersten Tag im Praktikum stürzt eine regelrechte Informationsflut auf dich ein. Auch deine neuen Aufgaben werden dir erklärt.
Wichtige Dinge solltest du dir auf einem Block notieren und sobald etwas unklar ist, frag einfach nach! Du bist neu hier und du bist Praktikant, dh. du musst und kannst nicht alles wissen. Du bist dort, um zu lernen. Indem du Fragen stellst, zeigst du Interesse und Engagement. Allerdings solltest du nicht bei jeder Kleinigkeit bei den Kollegen auf der Matte stehen.

5. Engagement zeigen

Auch wenn gerade nichts zu tun ist, sollte man nicht planlos herumstehen oder die Zeit am Schreibtisch absitzen. Überlege dir eigenständig etwas, bring Vorschläge ein und erkundige dich, wem du zur Hand gehen könntest. Sollte dennoch ein absoluter Leerlauf entstehen, frage, ob du in der Zwischenzeit dein Praktikumsprotokoll vorbereiten oder die Unternehmensbroschüre bzw. Fachzeitschriften lesen darfst. So punktest du mit Eigeninitiative, Ehrgeiz und Selbstständigkeit.

6. Sorgfältig arbeiten

Auch wenn man dir typische „Praktikantentätigkeiten“ aufgibt, wie langweilige Listen abarbeiten, Kaffee kochen oder kopieren – maule nicht und erledige die Arbeiten zügig und sorgfältig. Sei dir dafür nicht zu schade, denn solche Tätigkeiten gehören mitunter dazu. Die Diva raushängen zu lassen, kommt nie gut an.

7. Nachfragen

Ergeben sich Fragen bei kleinen und großen Problemen, bitte sofort um Aufklärung und Hilfe. Es gibt tatsächlich keine dummen Fragen! Gerade am Anfang des Praktikums gesteht man dir Rückfragen gerne zu.

 

Tipps für den weiteren Ablauf deines Praktikums

  • Nimm Feedback an: Niemand ist vor Kritik gefeit, schon gar nicht Praktikanten, denn sie sind ja schließlich im Unternehmen um zu lernen. Nimm Kritik an deiner Arbeit nie persönlich, denn so ist sie nicht gemeint. Zeige stattdessen Lernbereitschaft und nimm negatives Feedback als Ansporn, es beim nächsten Mal besser zu machen.
  • Zeige Teamgeist und Hilfsbereitschaft: Biete bereitwillig deine Hilfe an, auch wenn es nur kleine „Hilfsjobs“ sind. So beweist du deinen Kollegen Teamgeist und Empathie. Apropos: für den Teamgeist ist das gemeinsame Mittagessen enorm wichtig – schlage nie eine Einladung zum Mittagessen mitzukommen aus (besonders nicht am Anfang). Falls du nicht gefragt wirst, frage nach, ob du mitkommen kannst. Bei der gemeinsamen Mittagspause herrscht ein lockerer Ton, eine entspannte Atmosphäre – hier lassen sich Fragen und Problemchen leichter besprechen. Und du erhältst einen Einblick in wichtige Interna.
  • Vermeide Lästerfallen: Auch wenn’s verlockend ist, halte dich lieber zurück, wenn getuschelt und gelästert wird. Beobachte erst ein Weilchen die Situation und finde heraus, wer zu welchem Lager gehört, und bleibe im Zweifelsfall lieber neutral und unparteiisch.
  • Networking ist wichtig: Nach wie vor ist Vitamin B bei der Jobsuche äußerst wirksam, deshalb solltest du dein Praktikum klarerweise auch zum Knüpfen von Kontakten nutzen. Und so geht’s: Nimm am täglichen Kaffeetratsch teil, erzähle auch mal Privates (aber nicht zu viel!) und vernetze dich mit deinen Kollegen bei Sozialen Netzwerken – achte aber darauf, welche Informationen du auf deinem Profil freigibst. Halte auch nach deiner Praktikumszeit Kontakt zu deinen Kollegen.
  • Vergiss nicht auf dein Zeugnis: Gegen Ende des Praktikums solltest du deinen Vorgesetzten um ein individuelles Zeugnis bitten. Dieses ist wichtig für deinen lückenlosen Lebenslauf und die zukünftigen Bewerbungen. Du kannst damit dokumentieren, was deine Aufgaben waren und was du gelernt hast.
  • Bereite deinen Berufseinstieg vor: Besprich am Ende der Praktikumszeit, inwieweit du weiterhin für das Unternehmen tätig sein kannst. Falls in der Abteilung, in der du dein Praktikum absolviert hast, keine Stelle frei ist, nutze die restliche Zeit im Unternehmen, um dich bei anderen Abteilungen dahingehend zu erkundigen. Zudem empfiehlt es sich (um sich vor leeren Versprechungen zu schützen), einen Termin nach dem Praktikum zu vereinbaren, um eventuelle Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen. Dadurch schaffst du Verbindlichkeit und bleibst mit dem Unternehmen in Verbindung.

 

Der letzte Tag im Praktikum

Es gibt einige Dinge, die es am letzten Tag des Praktikums zu beachten gilt. Auch wenn das Praktikum vielleicht nicht so gelaufen ist wie du dir vorgestellt hast, solltest du dir vielleicht lieber genau überlegen, ob du einen dramatischen Abgang vollziehst.

1. Abschlussgespräch

Das abschließende Gespräch dient dazu, sich nach einer ehrlichen und realistischen Einschätzung zu erkundigen und es bietet im Gegenzug auch dir die Möglichkeit, konstruktive (!) Kritik zu üben. Wenn allerdings schon allein beim Gedanken an das bevorstehende Gespräch die Emotionen überkochen, dann picke ein paar wenige Punkte heraus, die dir besonders am Herzen liegen (oder im Magen) und sprich ausschließlich über diese. Versuche trotz allem positiv zu bleiben und auch Dinge zu erwähnen, die gut funktioniert haben.

2.Dienstzeugnis

In Österreich haben ArbeitnehmerInnen jederzeit Anspruch auf ein Arbeits- oder Dienstzeugnis. Es wird aber nicht automatisch vom Arbeitgeber ausgestellt, so kann es sein, dass du es am Ende deines Praktikums einfordern musst. Auch wenn du befürchtest, dass dein Dienstzeugnis schlecht oder unfair ausfällt, dass deine Leistungen negativ bewertet werden, solltest du (auch bei einem überstürzten Weggang) nicht gänzlich auf diese Referenz verzichten. Denn bereits wenige Wochen Praktikum machen sich gut im CV. In diesem Fall frage nach einem sog. einfachen Zeugnis, welches lediglich Beginn und Ende, sowie die Art der Tätigkeit enthält, jedoch keine Wertungen.

3. Die richtigen Worte finden

Der Tag des Abschiednehmens ist gekommen. Doch was sagt man jetzt eigentlich? Und wie übermittelt man die Abschiedsworte: Persönlich, per E-Mail, bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen? Das ist natürlich von verschiedenen Faktoren abhängig – von der Größe des Unternehmens, des Klimas und der Art und Weise der Zusammenarbeit. Es gehört zum guten Ton, sich von allen Kollegen, mit denen man intensiv zusammengearbeitet hat, persönlich zu verabschieden. An alle anderen geht ein Abschiedsmail z. B. mit ein paar Worten zu deiner nächsten beruflichen Station.

4. Das Netzwerk pflegen

Natürlich ist die Arbeitswelt von menschlichen Beziehungen geprägt, von denen man die einen mehr, die anderen weniger pflegt. Und die Rückkehr zum Unternehmen ist gar nicht so selten – möglicherweise weiß man den alten Arbeitgeber nach einiger Zeit dann doch zu schätzen und zieht es später als Absolvent sogar in Betracht, zurückkehren. Dann ist es gut, wenn man dort einen positiven Eindruck hinterlassen hat und nicht in überstürztem Aufruhr alle Brücken abgebrochen hat.

 

Für einen reibungslosen Start in deinen fixen Job, sind Praktika während der Studienzeit sehr hilfreich, denn sie kommen im Lebenslauf immer sehr gut an. Auch Nebenjobs können im Lebenslauf sehr vorteilhaft sein, auch wenn die Jobs manchmal sehr skurril sein können.

So schreibst du den perfekten Lebenslauf für dein nächstes Praktikum!

 

Bildnachweis: www.istockphoto.com

 Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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