fixanstellung
am März 7, 2018 | von | Kategorie Allgemeines

Fixanstellung oder Selbstständigkeit – Eine Entscheidungshilfe

Der sichere Hafen der Fixanstellung oder gründen und autonom arbeiten?

 

Grünes oder oranges Twinni? Ein ähnliches Kaliber ist die Frage, ob du zukünftig angestellt oder selbstständig arbeiten willst. Während es beim Eis nur eine richtige Antwort gibt (natürlich die grüne Seite!), gestaltet sich die Antwort auf die zweite Frage deutlich schwieriger. Wir haben für dich die gute alte Pro- und Contra-Liste zusammengestellt.

 

Daumen hoch bei der Fixanstellung:

 

  • Planungssicherheit: Wie schön ist es zu wissen, dass du an jedem Monatsende die Summe X auf dein Konto überwiesen bekommst. Du musst dich nicht um lästige Steuer- bzw. Sozialversicherungsthemen kümmern. Außerdem eine tolle Erfindung des Sozialstaates: 13. und 14. Gehalt.
  • Geregelte Arbeitszeiten: Grundsätzlich kennst du deine Arbeitszeiten, kannst dich in der Regel darauf verlassen, dass das Wochenende heilig bleibt und hast Anspruch auf fünf Wochen Urlaub im Jahr.
  • Soziales Netz: Bist du krank, bezahlt dir die Firma weiter dein Gehalt, während du zuhause netflixen und deine Grippe auskurieren kannst.
  • Aufstiegs- und Karrierechancen: Hast du dich gut etabliert in deinem Job, locken vielleicht spannende Aufstiegschancen und damit verbunden natürlich auch mehr Kohle.
  • Fringe benefits: Da besonders bei der Generation Y und Z Work-Leisure-Blending mehr in den Vordergrund rückt, bieten viele Firmen flexible Arbeitszeiten, Vergünstigungen bei sportlichen Aktivitäten, Essensgutscheine, etc. an, um dir die Fixanstellung zu versüßen.

 

Daumen runter bei der Fixanstellung:

 

  • Befristete Verträge: Die vielzitierte „Generation Praktikum“ kann ein Lied davon singen. Hier eine sechsmonatige Befristung, dort eine Karenzvertretung für 10 Monate. Befristete Verträge und damit verbunden unsichere Zukunftsperspektiven können ein richtiger Downer sein.
  • Hamsterrad: Besonders nach der Uni, von der du gewohnt warst, dir deine Kurse und Zeiten selbst einzuteilen, kann es erdrückend wirken, dich in das starre Korsett eines Nine to Six-Jobs reinzwängen zu müssen. Auch wenn flexible Arbeitszeiten außen drauf steht, muss es noch lange nicht bedeuten, dass die auch wirklich drin sind. Hallo Präsenzkultur, adios Freiraum.
  • Betriebsklima: Unsympathische Kollegen/innen, nörgelnde und besserwisserische Führungskräfte und ein unansehnliches Kantinen-Essen zwar nicht 24/7, aber immerhin doch 40+ Stunden pro Woche können jeden von euch treffen.
  • Bore-out: Mindestens ebenso fatal wie Burn-out ist das genaue Gegenteil davon. Du hast deinen Master in der Tasche und darfst in deinem Einsteigerjob in Excel nur Formeln hin- und herschieben und das wöchentliche Sitzungsprotokoll schreiben? Jeden Tag etwas Neues dazulernen? Fehlanzeige.

 

Daumen hoch für die Selbstständigkeit:

 

  • Selbstbestimmung: Bei deinem eigenen Business kannst du deinen eigenen Ideen umsetzen, kreativ arbeiten und deine eigenen Ziele verwirklichen. Niemand schreibt dir vor, was zu tun ist.
  • Weiterentwicklung: Du bist meistens außerhalb deiner Komfort-Zone, entwickelst dich ständig weiter und hast ziemlich sicher eine größere  Lernkurve als bei einer Fixanstellung.
  • Freie Zeiteinteilung: Montag Vormittag ab ins Gym und dann erst starten und in die Nacht hineinarbeiten? Yes, you can.
  • Finanzielles: Läuft es gut, hast du theoretisch die Chance, weitaus mehr als in einer Fixanstellung zu verdienen.
  • Abenteuer: Besonders in jungen Jahren stellt das eigene Business eine spannende Herausforderung dar, die für viele äußerst attraktiv und verlockend wirkt.

 

Daumen runter bei der Selbstständigkeit:

 

  • Hoher Workload: Wie es die Wortzusammensetzung bereits suggeriert, arbeitest du als dein/e eigene/r Chefin selbst und das ständig.
  • Fixkosten: Hohe und laufende Fixkosten können abhängig von deinem Gründungsvorhaben ein echter Killer sein. Während die Einnahmen erst langsam ansteigen, sitzt du von Tag 0 mit bestimmten zu bezahlenden Fixkosten da. Bist du krank oder auf Urlaub, kommt erschwerend auch nichts rein.
  • Große Verantwortung: Besonders in den ersten beiden Gründungsjahren braucht es ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen. Wie du bestimmt weißt, gibt es immer zwei Seiten zur selben Medaille. Auch hier gilt: Niemand schreibt dir vor, was zu tun ist. Manchmal wäre es aber ganz schön, jemand zu haben, der dir next steps und einen kleinen Motivations-Push mit auf den Weg gibt. Läuft es gut und hast du bereits eigene Mitarbeitende in deinem Business, sei dir stets der hohen Verantwortung bewusst, die du ihnen gegenüber hast.
  • Wirtschaftliche Unsicherheit: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Oder so. Geht’s dem eigenen Business schlecht, so bist du davon natürlich unmittelbar betroffen. Diese existentiellen Ängste bekommst du möglicherweise mit voller Härte zu spüren. Du weißt nie, welche Summe genau am Monatsende reinkommt, ob du damit alle Fixkosten decken kannst und auch noch genug zum Leben übrig bleibt.
  • Administration: Unterschätze – vor allem in Österreich – niemals die liebe Bürokratie. Du musst dich jedenfalls steuerlich und sozialversicherungstechnisch auf den aktuellsten Stand bringen und einen langen Atem besitzen.

 

Immer noch nicht schlauer, als vorhin? Wie wäre es zum Beispiel mit einer Slash-Career? Du arbeitest beispielsweise 25 Stunden irgendwo angestellt in einem Unternehmen und hast daneben noch Zeit, dein eigenes „Baby“ auf die Beine zu stellen. Sounds good? Na dann, nix wie los!

 

Bildnachweis: www.istockphoto.com

Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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