Warum kann ich nicht NEIN sagen?
am 16. Dezember 2016 | von | Kategorie Überleben im Büroalltag

Warum kann ich nicht NEIN sagen?

Natürlich sind wir hilfsbereit und wenn Not am Mensch ist, hilft man selbstverständlich gerne aus! Hin und wieder für einen Freund oder Kollegen einzuspringen – dagegen ist nichts einzuwenden. Wenn man aber ständig die eigenen Interessen und Bedürfnisse hinten an stellt, um für andere deren Aufgaben zu übernehmen, dann kommt einmal der Punkt, an dem man eins sagen sollte, nämlich: Nein!

Warum aber bereitet es vielen von uns so große Schwierigkeiten, jemandem eine Bitte abzuschlagen?

Warum wir nicht gerne NEIN sagen

Ein Vorgesetzter, Kollege oder Freund kommt mit einer Bitte zu dir – du sollst ein zusätzliches Projekt übernehmen, einen Kuchen fürs Schulcafé backen, Geld leihen oder bei einem Kundentermin einspringen. Eigentlich hast du keine Zeit, keine Energie oder schlichtweg keine Lust. Oder du hast schlechte Erfahrungen gemacht und weißt schon heute, dass sich der Bittsteller höchstwahrscheinlich nicht bei dir revanchieren wird. Du möchtest ganz klar NEIN sagen, tust es aber nicht. Warum?

Die Gründe

Du solltest, bevor du eine Entscheidung triffst, erst einmal eine kurze Auszeit nehmen und dir überlegen, warum es so schwer fällt die Bitte abzulehnen. Die Beweggründe können unterschiedlicher Natur sein:

Du hast Angst, nicht mehr gemocht zu werden.

  • Ein Bedürfnis, das wir sowohl aus dem Privat- wie dem Berufsleben kennen: anerkannt und gemocht zu werden. Wir haben in der Kindheit gelernt, dass man erstens seine Hilfe nicht verweigern darf und uns zweitens manche Menschen nur mögen, wenn wir ihnen nützlich sind. Wer eine Bitte abschlägt, gilt als hartherzig und egoistisch. Doch ist nicht derjenige egoistischer, der andere nach seiner Pfeife tanzen lässt und seine Sympathien davon abhängig macht, ob andere tun, was er von ihnen will?

Man muss nicht von allen gemocht werden – vor allem nicht von Menschen, deren Zuneigung man sich erkaufen muss.

Du fürchtest Konsequenzen

  • Der Chef könnte die Beförderung noch einmal überdenken, wenn du ihm sein Anliegen abschlägst. Die Angst vor Konsequenzen ist nicht ganz unberechtigt – tatsächlich sollte man genau abwägen, bevor man dem Vorgesetzten eine Bitte verwehrt. Trotzdem muss nicht zu allem JA sagen, sondern sollte versuchen, die Situation realistisch und objektiv abzuschätzen.

Konflikte gehören schließlich zum Miteinander dazu und aus Angst vor den Reaktionen anderer, immer nach deren Pfeife zu tanzen, macht auch nicht glücklich.

Du fürchtest, etwas zu versäumen.

  • Schon klar, sich abzusondern, ist Gift für die Karriere. Auch in der Freizeit treibt viele die Angst an, etwas zu verpassen. So möchte man bei allen Aktivitäten, Projekten, Veranstaltungen mit von der Partie sein. Man übernimmt Gefälligkeiten, weil man glaubt, nur so mitten im Geschehen zu sein. Und nicht selten leidet die eigene Leistung darunter. Wenn du dich hier wieder erkennst, denk dran, das Leben geht weiter, auch wenn du nicht überall dabei bist!

Setz Prioritäten!

Du fühlst dich geschmeichelt.

  • Allein schon, dass man zu dir kommt und gerade dich fragt, schmeichelt dir ungemein. Du fühlst dich wichtig und genießt es, gebraucht zu werden. Und weil du dieses Gefühl liebst, sagst du JA. Jedoch mindern viele Gefälligkeiten, die man für andere macht, die Qualität der eigenen Arbeit. Und je öfter man ohne Weiteres den vielen Zusatzaufgaben zustimmt, umso weniger Anerkennung erhält man vom Bittsteller – es wird zur Selbstverständlichkeit.

Was leicht zu haben ist, hat automatisch weniger Wert.

Hand aufs Herz! In wievielen Punkten hast du dich wieder erkannt?

Was tun?

Prüfe die Anfrage genau und analysiere auch, wer etwas von dir will und welche Mittel er/sie einsetzt, um sein/ihr Ziel zu erreichen. Ein großer Schritt ist getan. Du weißt nun, aus welchem Grund es dir so schwer fällt, Nein zu sagen.

Vorab ist es immer gut, Verständnis für die Bedürfnisse des Bittstellers zu zeigen und sich zudem etwas Bedenkzeit zu erbitten, um mit dem nötigen Abstand eine Strategie für dein NEIN zu finden.

Tipps, wie auch dir das NEIN sagen gelingt, haben wir im nächsten Beitrag für dich vorbereitet.

 

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Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

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