Sanfte Wege NEIN zu sagen
am 25. Dezember 2016 | von | Kategorie Allgemeines

Sanfte Wege NEIN zu sagen

Wenn du wieder einmal eine unangenehme Aufgabe für einen deiner Kollegen übernehmen sollst, wenn dich andere immer wieder um etwas bitten, das du gar nicht tun willst, wenn du von einem Verkäufer bedrängt wirst, du aber nicht interessiert bist – dann ist es nötig, auch mal NEIN zu sagen.

Wenn du dauerhaft mehr gibst als du bekommst, führt das zu Unzufriedenheit.

Eine Bitte abzulehnen, ist aber gar nicht so einfach – für viele von uns.
Wie schlägt man jemandem eine Bitte aus, ohne egoistisch zu wirken?
Wie sage ich klar und deutlich NEIN, ohne hart oder verletzend zu sein?

Bedenkzeit nehmen

Menschen, die immer wieder Aufgaben für andere übernehmen und sich schwer damit tun, NEIN zu sagen, stellen ihre eigenen Bedürfnisse oft hinten an. Daher solltest du dir vorerst einmal klar machen, was es für dich bedeutet, jemandem diesen oder jenen Gefallen zu tun.

  • Was genau ist es, was ich tun soll?
  • Möchte ich es tun oder ist es mir im Grunde genommen zuwider?
  • Wieviel Kraft, Zeit und Energie kostet es mich?
  • Was stelle ich hinten an, wenn ich der Bitte nachkomme?
  • Wer bittet mich? In welchem Verhältnis stehen wir zueinander?
  • Wie oft bin ich schon für diesen Freund/Kollegen eingesprungen und wie oft möchte ich es noch tun?

Wenn du dir nicht von Anfang sicher bist, dass du der Bitte nachkommen möchtest, dann nimm dir in jedem Fall eine Bedenkzeit: “Ich fühle mich im Moment überrumpelt, bitte gib mir kurz Zeit, damit ich darüber nachdenken kann.”
So kannst du die Situation bewusst einschätzen und sagst nicht vorschnell “JA” zu etwas, das dir vielleicht Stunden an Arbeitszeit kostet oder dir überhaupt keinen Spaß macht.

Wie man respektvoll NEIN sagt

1) Verständnis zeigen

Ein NEIN wirkt sanfter, wenn du Verständnis für die Situation des “Bittstellers” zeigst: “Es tut mir leid, dass du unter Zeitdruck bist, leider kann ich dir dieses Mal nicht aushelfen!”
“Ich kann verstehen, dass du dich bei diesem neuen Projekt unsicher fühlst, aber versuch es doch erst einmal selbst – helfen kann ich dann immer noch.”

2) Sich bedanken

“Danke, dass du mir so viel Vertrauen entgegenbringst, aber ich kann leider nicht.”
“Es ehrt mich, dass du dabei an mich denkst, aber mein Terminkalender ist voll.”

3) Absage begründen und um Verständnis bitten

Rechtfertigen musst du dich zwar nicht, aber eine Begründung macht es deinem Gegenüber einfacher zu verstehen, warum du der Bitte nicht nachkommen kannst oder willst. Begründe dein NEIN mit den negativen Konsequenzen, die ein JA für dich hätte, z.B.: “Ich habe mehrere laufende Projekte – wenn ich mich jetzt auch noch um diese Sache kümmere, kann ich meine eigenen Aufgaben nicht termingerecht fertigstellen.” Und bitte um Verständnis: “Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht noch mehr Tasks übernehmen kann.” – das erleichtert es dem anderen, deine Absage zu akzeptieren.

4) Alternativen/Gegenvorschlag

Auch eine gute Möglichkeit: Eine Alternative anzubieten oder eine neue Idee anzuregen. Du zeigst damit, dass dir dein Gegenüber wichtig ist.
“Ich kann zwar nicht das ganze Wochenende am Weihnachtsstand stehen, helfe euch aber gerne bei der Dekoration.”
“Heute geht es sich bei mir nicht aus, aber nächste Woche hätte ich Zeit.”
Vielleicht ist es dir auch möglich, nur einen Teil der Bitte zu erfüllen: “In dieser einen Angelegenheit kann ich dir bestimmt ein paar Inputs geben, für das ganze Projekt stehe ich aber nicht zur Verfügung.”

5) Konsequent bleiben

Steht für dich jedoch von Anfang fest, dieses Mal nicht einzuspringen, dann bleibe in deiner Entscheidung auch konsequent. Vage Aussagen wie “Jetzt nicht, aber vielleicht später!” können Missverständnisse und späten Frust erzeugen.

Grundsätzlich gilt auch hier, wie so oft im Leben: Versetze dich in die Lage des Anderen und überlege dir, wie ein NEIN formuliert sein sollte, damit es zwar klar rüberkommt aber DU es gut akzeptieren kannst und dich nicht vor den Kopf gestossen fühlst.

Bildnachweis: www.istockphoto.com
 
Anm. d. Red.: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit bezeichnen wir Personengruppen in einer neutralen Form (Bewerber, Kollegen), wobei wir immer sowohl weibliche als auch männliche Personen meinen.

Hinterlasse eine Antwort