Teil 1: Dienstvertrag, Teilzeit, Geringfügige Beschäftigung
am 6. November 2013 | von | Kategorie berleben im Broalltag

Teil 1: Dienstvertrag, Teilzeit, Geringfgige Beschftigung

Arbeiten und Studieren – fr viele junge Menschen gehrt das zusammen.
Egal ob Flyern oder die Mithilfe in einer Werbeagentur, der erste Ferialjob oder ein richtig gut bezahlter Studentenjob – wenn man das erste Mal sein eigenes Geld verdient, tun sich bei vielen Studierenden erstmals Fragen zu steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Regelungen im Zusammenhang mit der ausgefhrten Ttigkeit auf. Und tatschlich gilt es einiges zu beachten, um finanziell auf der sicheren Seite zu sein.
Unijobs.at widmet sich in der Artikelserie Dienstverhltnisse genau diesen Themen.

Was versteht man denn nun eigentlich unter einem freien Dienstnehmervertrag, welche arbeitsrechtlichen Ansprche haben geringfgig Beschftigte und was ist der Unterschied zwischen Werk- und Dienstvertrag?

Wenn du dir auch schon mal eine dieser Fragen gestellt hast, solltest du weiterlesen, denn diese Unklarheiten wollen wir mit unserer Artikelserie ausrumen.

Teil 1 der Serie beschftigt sich mit den Themen:
Dienstvertrag, Teilzeitarbeit und Geringfgige Beschftigung.

Grundstzlich unterscheidet man arbeitsrechtlich gesehen 3 Arten der Beschftigung:

  • (Echter) Dienstvertrag
  • Freier Dienstvertrag
  • Werkvertrag

Diese Unterscheidung ist deshalb so wichtig, weil der echte Dienstvertrag dem Arbeitsrecht voll unterliegt, der freie Dienstvertrag nur teilweise und der Werkvertrag gar nicht.

Dienstvertrag

Hier gelten grundstzlich die folgende Regelungen:

  • Der Dienstnehmer ist zur persnlichen Arbeitsleistung verpflichtet
  • Er ist in den Betrieb des Arbeitgebers eingegliedert
  • Er trgt selbst kein unternehmerisches Risiko und kann sich die Arbeitszeit groteils nicht selbst einteilen
  • Der Dienstnehmer schuldet vor allem Wirken und kein Werk (das heit, der Dienstnehmer schuldet seine persnliche Arbeitsleistung und nicht einen bestimmten Erfolg)

Teilzeitarbeit mit Dienstvertrag

Bei einer Teilzeitbeschftigung sollte nicht nur das Ausma der Arbeitszeit (z.B. 20 oder 30 Stunden), sondern auch die Lage der Arbeitszeit (Montag, Mittwoch von 9-12 Uhr) schriftlich vereinbart werden, um eine jederzeitige nderungsmglichkeit durch den Arbeitgeber zu verhindern und eine Planbarkeit des Alltags zu ermglichen.
Werden bei einer Teilzeitbeschftigung mehr Stunden als ursprnglich vereinbart geleistet, gebhrt fr diese Mehrstunden ein gesetzlicher Zuschlag in Hhe von 25% (vorausgesetzt diese Mehrstunden wurden innerhalb des Quartals oder innerhalb eines anderen vereinbarten Dreimonatszeitraums nicht als Zeitausgleich konsumiert). Der Zuschlag wird vom Normallohn berechnet.

Geringfgige Beschftigung

Geringfgig Beschftigte verdienen bei regelmiger Beschftigung nicht mehr als 415,72 Euro (Stand: 2016) bei fallweiser Beschftigung (Dienstverhltnis krzer als ein Monat) die tglich nicht mehr als 31,92 Euro. Die sog. Geringfgigkeitsgrenze ist jene Grenze, bis zu der man im Monat dazuverdienen kann, ohne dass man Abgaben zur Sozialversicherung leisten muss. berschreiten deine Einknfte aus dem Studentenjob die Geringfgigkeitsgrenze, kann sich dies auch empfindlich auf Stipendien oder etwa die Familienbeihilfe auswirken.

  • Nach dem Arbeitsrecht sind regelmig geringfgig Beschftigte Teilzeitbeschftigte. Das heit, alle arbeitsrechtlichen Regelungen kommen zur Anwendung, wie z.B. das Recht auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, das Urlaubsrecht, das Recht auf Abfertigung (alt und neu) und Ansprche auf Sonderzahlungen (Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld) etc. Diese Ansprche richten sich nach dem jeweiligen Beschftigungsausma.
  • Sozialversicherungsrechtlich ist jede geringfgig beschftigte Person vom Arbeitgeber bei der Gebietskrankenkasse zu melden. Der Arbeitgeber hat jedenfalls Beitrge zur Unfallversicherung zu entrichten, sodass jeder geringfgig Beschftigte unfallversichert ist.

Weitere Artikel der Serie Dienstverhltnisse:
Teil 2: Freier Dienstvertrag
Teil 3: Der Werkvertrag

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